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Das Kunstgewerbemuseum und seine Sammlung

Als bundesweit ältestes Museum seiner Art beherbergt das Kunstgewerbemuseum Berlin rund 50.000 Kunst- und Designobjekte. Von kostbaren, mit Edelsteinen besetzten, mittelalterlichen Reliquiaren bis zu Kleidern der Modedesigner Christian Dior oder Jean Paul Gaultier sind alle nachantiken Epochen repräsentiert.
In einzigartiger Weise vereint die Sammlung eine unerschöpfliche Vielfalt an Materialien und Formen. Unter den Objekten finden sich kostbare Porzellane, die im 18. Jahrhundert an europäischen Höfen als „weißes Gold“ geschätzt waren und bis heute beliebte Sammlerstücke sind. Sitzmöbel mit elegant-cremefarbenem Bezug aus luxuriösem Fischleder werden gleichfalls präsentiert, wie herausragende Goldschmiedearbeiten oder etwa Gläser, deren geschnittene Dekore die mythologische Götterwelt heraufbeschwören. Ja sogar ganze Raumvertäfelungen des 16. und 18. Jahrhundert mit aufwändigen Intarsien aus verschiedenen Hölzern, Zinn oder Perlmutter sind vertreten, ebenso wie die Stahlrohrmöbel von Marcel Breuer, welche vielfach nachgeahmt längst zu Design-Klassikern geworden sind.
Die Werke offenbaren höchstes technisches Können sowie künstlerische Finesse ihrer Schöpfer und sind Anknüpfungspunkte für eine Entdeckungsreise in die Kunst- und Kulturgeschichte Europas.

Gegründet wurde das Museum 1867 zunächst mit dem Ziel der Förderung des deutschen Handwerkes. Das damalige „Deutsche Gewerbe-Museum zu Berlin“ war vorrangig als „Vorbilder- und Mustersammlung“ zur Unterstützung eines zeitgemäßen Ausbildungsangebotes der angegliederten Gewerbeschule bestimmt. Noch in den 1870er Jahren – unter seinem ersten Direktor Julius Lessing – veränderte sich diese Zielsetzung und das Museum erhielt zunehmend das Profil einer herausragenden kunsthistorischen Sammlung. Wichtige Erwerbungen sind in jener Zeit zu verzeichnen, wie beispielsweise der Ankauf des Lüneburger Ratssilbers (1874) oder die Übernahme eines großen Teiles der ehemaligen brandenburgisch-preußischen Kunstkammer (1876). Schließlich wurde das Museum 1879 in „Kunstgewerbemuseum“ umbenannt und erhielt 1881 mit dem Martin-Gropius-Bau ein eigens errichtetes, der Sammlung angemessenes Haus. Dieser Zustand sollte allerdings nicht lange wären. Nach der Abdankung Kaiser Wilhelms II. zog das Kunstgewerbemuseum bereits 1921 in die Räume des Berliner Schlosses. Es integrierte dessen höfische Ausstattung in seine ständige Ausstellung und präsentierte sich den Besuchern fortan als „Schlossmuseum“. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bestände ausgelagert und erlitten herbe Verluste. Für Jahrzehnte war die Sammlung danach in einen Ostberliner und einen Westberliner Teil getrennt. Im Westteil der Stadt konnte man zunächst am 8. Juni 1663 eine Ausstellung im Knobelsdorff-Flügel des Charlottenburger Schlosses der Öffentlichkeit übergeben, bis der Einzug in den neuen, von Rolf Gutbrod entworfenen Museumsbau möglich wurde. Die feierliche Eröffnung des Kunstgewerbemuseums am Kulturforum fand am 12. Mai 1985 statt. Mit den im Ostteil Berlins befindlichen Sammlungsbeständen wurde am 22. Juni 1963 das Kunstgewerbemuseum in Schloss Köpenick eröffnet. Erst die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglichte auch eine Vereinigung und Neuordnung der Sammlung.

Als Einrichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nutzt das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin bis heute beide Museumsstandorte am Kulturforum am Potsdamer Platz und in Köpenick. Nach umfassender Sanierung und Neueinrichtung wurde Schloss Köpenick am 27. Mai 2004 als Museum für Raumkunst der Renaissance, des Barock und des Rokoko wiedereröffnet. Das Haus am Kulturforum wird gegenwärtig umgebaut und präsentiert sich dem Publikum anschließend wieder mit einem systematischen Überblick über die Meisterleistungen europäischen Kunsthandwerks und Designs. Vor allem die Sammlungsbereiche „Frühe Moderne – 1895 und 1930“ sowie „Klassisches Design“ werden neu eingerichtet. Darüber hinaus erwartet den Besucher in der Dauerausstellung erstmals eine neu konzipierte und aufwendig gestaltete Modegalerie.